Etappe 13 - Keine Angst vor Gewitter!

Gestern bin ich nach einem tollen Abendessen um 20:00 Uhr ins Bett gefallen. Ich war immer der Meinung, dass das bisschen Gehen ja nicht so anstrengend sein kann und ich während des Trails Unmengen an Freizeit haben werde. Denn aus dem Büro komme ich normalerweise nicht so früh weg, wie hier das Ende der Etappe in Sicht ist. Tatsächlich aber dürfte der Trail dann doch für den Körper wesentlich herausfordernder sein, als meine tägliche Büroarbeit. Dafür fällt das Grübeln weg.

Also starte ich gut ausgeruht in die nächste Etappe. Wieder steht ein Gipfel am Programm. Ich kann ihn von der Alexanderhütte aus schon sehen und bin gespannt, was der Tag so bringt. Vorbei an Pferden und Eseln passiere ich auch gut gelaunt die Millstätter Hütte. Ich hatte davor im „Bergwelten“ gelesen, dass man hier die besten Kasnudln bekommt. Ich schaue einen Sprung rein, aber eher um mich nach dem Wetter zu erkundigen. Die Einheimischen wissen es ja bekanntlich am besten und sie sind am nächsten zum Gipfel. Für die Kasnudln bin ich leider dann doch noch etwas zu früh dran. Aber manche Dinge soll man sich bekanntlich für später aufheben. Die Wirte geben Entwarnung und ich starte den kurzen und intensiven Aufstieg. Oben treffe ich zwei Damen, die von der anderen Seite her kommen. Wir nutzen die Gelegenheit um uns gegenseitig mit dem Gipfelkreuz zu fotografieren und trennen uns mit kulinarischen Empfehlungen beiderseits.

Wo kommt plötzlich dieser Nebel her?

Ich habe vollstes Vertrauen in die Vorhersagung der Wirte und gehen schnellen Schrittes den Grad entlang, meinem Trail folgend. Plötzlich zieht Nebel auf und ich kann nicht mehr wirklich weit sehen. In der Ferne höre ich ein Murmeltier schreien. Die Szene könnte auch aus einem Gruselfilm stammen. Aber diesmal habe ich keine Angst. Ich Instagramme fleißig und freu mich drauf, dass alle zuhause sehen können, wie mutig ich bin. Es macht mich fast ein bisschen stolz und ich lasse den Nebel hinter mir.

 

 

Der Weg der Liebe

Nun tritt das erste Mal seit ich den Trail begonnen habe der Fall ein, dass ich eine Menge an Leuten treffe. Sie alle strömen auf den Berg um das Granattor zu sehen. Ich kann das zu 100% verstehen. Es ist wirklich einzigartig. Dazu kommt, dass es von den Parkplätzen der umliegenden Hütten recht gut, auch mit Kindern und Hunden, erreichbar ist.

Mein Tipp: Mit dem Auto bis zum Parkplatz der Lammersdorfer Alm fahren und hinauf marschieren. Ich würde nur möglichst Früh starten um der Hitze und den Menschen zuvor zu kommen.

Das Spielen am Handy fordert meinen Akku. In der Lammersdorfer Hütte mache ich deshalb einen kurzen Stop und lade so meine Batterien gleich mit auf.

Jetzt heißt's aufpassen.

Und weiter geht‘s. Denn schließlich ist erst Döbriach das Ziel und da liegen noch einige Höhenmeter dazwischen. Ich starte der App und den Zeichen folgend einen weiteren kleinen Aufstieg. Hier muss man wirklich darauf achten, dass man sich nicht verläuft, denn es laufen einige ausgetretene Pfade ineinander und die Lokalisierung der App funktioniert nicht immer punktgenau.

Mein Tipp: Achten Sie immer darauf, dass zumindest die Richtung (rechts, links, oben, unten) grob stimmt. Meistens gelangen Sie auch über Nebenwege wieder auf die Route. Checken Sie parallel Ihre Lokalisierung in der App immer wieder.

Der Abstieg.

Ich folge der Route nach unten. Höhenmeter für Höhenmeter, Kurve für Kurve. Immer wieder kann man den Millstättersee erkennen und wieder täuscht die Entfernung. Nur dieses Mal bin ich schon schlauer. Ich müsste lügen, wenn ich von einem super Abstieg sprechen würde. Er hat es wirklich in sich und zieht sich ewig lang auf Schotterwegen hin. Durch die Serpentinen fühlt es sich gleich noch länger an. Wäre ich in Begleitung gewesen, wäre es wahrscheinlich halb so schlimm gewesen, aber alleine hat es absolut keinen Spaß gemacht. Ich hätte mir ein Hörbuch anhören sollen, aber dazu war mein Akku zu schwach.

Mein Tipp: Solche Strecken gehören dazu. Mental darauf einstellen und Ablenkung mitnehmen.

In Österreich Halbpension gebucht, ab Slowenien aber auf Übernachtung mit Frühstück abgeändert. Das hat den Grund, dass Abendessen meistens erst gegen 18:00 Uhr ist und mir aufgrund meines ausgelassenen Mittagessens dann doch etwas zu spät. Zudem möchte ich manchmal gerne von der Karte bestellen. Vor allem, wenn ich im Ausland bin. Aber am besten einfach ausprobieren. Man bekommt sehr schnell ein Gefühl dafür, was einem gut tut.

Die Etappe endet bei der Erlacherhütte. Sehr nette und flexible Gastgeber, die mir sogar meine Wäsche gewaschen haben! Eine wirkliche Wohltat. Also wer kann, sollte auch unbedingt dort übernachten. Hüttenfeeling pur mit großer Stuben und Gemeinschaftsduschen.

Mein Tipp: Die Brettljause probieren. Pixi und mir hat sie sehr gut geschmeckt. Allein hätte ich sie sicher nicht geschafft 
Und am nächsten Tag so früh wie möglich starten. Die Etappe wird einzigartig!